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Tschernitz

1250 - heute

(Cernice)

Dr. F. Frank, München 14.03./ 9.04.2004

Herr Prof. Dr. Friedrich F. Frank hat mit viel Sachverstand und Einsatz seinen Heimatort Tschernitz so beschrieben, wie er ihn bei der Vertreibung verlassen mußte. Tschernitz soll unseren Nachkommen, die im Internet surfen, so präsentiert werden. Der Heimatkreis Komotau dankt Ihnen, Herr Prof. Frank, sehr herzlich für Ihre vortreffliche Arbeit.

Inhaltsübersicht

1 Beschreibung der Ortsgemeinde Tschernitz (bis 1945)

1.1 Entwicklung des Ortsnamens, der Siedlung und Bevölkerung

1.2 Lage und Gliederung der Ortsgemeinde

1.3 Höhenverhältnisse, Nutzungsarten und Klima

 

2 Informationsgang durch die Ortsgemeinde Tschernitz

2.1 Gang durch die geschlossene Ortschaft Tschernitz

2.2 Die Siedlungen am Flößbach

2.3 Die Häuser am Ruttenbach im Ortsteil Marienthal

 

3 Gefallene, an ihrer Verwundung Gestorbene und Vermißte des 1. und 2.

Weltkrieges sowie Opfer des tschechischen Terrors

3.1 Gefallene und Vermißte des 1. Weltkrieges (1914-1918)

3.2 Gefallene und Vermißte des 2. Weltkrieges (1939-1945)

3.3 Opfer des tschechischen Terrors nach Kriegsende 1945

 

1 Beschreibung der Ortsgemeinde Tschernitz (bis 1945)

 

1.1 Entwicklung des Ortsnamens, der Siedlung und Bevölkerung

Tschernitz entstand als eine der frühesten Ansiedlungen in unserem Gebiet am nördlichen Rande des (später sog.) Kommerner Sees. 1250 wurde es erstmals urkundlich als Cyrnin erwähnt, und zwar in der Schenkung des böhmischen Königs Wenzel I. an das Zisterzienser-Stift Ossegg. Später kam Tschernitz an das Postelberger Kloster der Benediktiner. Dieses verkaufte das Dorf Czirnczin 1325 an den Deutschen Orden in Komotau. Seit 1409 gehörte Tschernitz zur Pfarrei Obergeorgenthal, später auch zum gleichnamigen Schulbezirk.

1459 wird der Ort als Czernicz bzw. Czirnicz, 1555 als Czirnicze und 1578 als Tschirnitz geschrieben. Nach verschiedenen Besitzwechseln (Herrschaft Komotau, Smolik von Slawitz, Herrschaft Rothenhaus, Vitzthum von Eckstätt, J. von Wressowitz und Hochhauser von Hochhausen) kam Tschernitz 1623 zur Eisenberger Herrschaft der Grafen und späteren Fürsten von Lobkowitz. In der Steuerrolle von 1654 (Berni rula) lautete der Ortsname Ztssyrnice, aber schon 1720 erschien in der Karte des Königreiches Böhmen der Name Tschernitz.

Ab 1919 – in der 1. CSR – lautete die amtliche Bezeichnung Cernice, und in den Katasterkarten erschien bis 1938 die tschechisch-deutsche Bezeichnung Cernitz.

Der Ortsname Tschernitz könnte sich von dem slawischen Personennamen Cern herleiten, was der Schwarze bedeutet, und die Endung -ice auf die Sippe des Cern hindeuten. Da jedoch Tschernitz unter lauter deutschen Neugründungen lag, ist wohl die Ableitung (v. Prof. Meder) aus dem mittelhochdeutschen Scherne (kahle Stelle) plausibler; daraus wurde Tscherne und später Tschernitz. Für eine deutsche Gründung und Besiedlung sprechen nicht nur die weit überwiegenden deutschen Personennamen, sondern auch die fast 200 deutschen Flur- und Waldnamen.

Tschernitz bestand zunächst aus dem unteren oder Bauerndorf, wo sich zeitweise auch ein Meierhof (bei HsNr. 10) befand. Mit dem Alaunbergbau (1647- ~ 1800) entstand langsam das obere oder Arbeiterdorf. Im 19. Jh. bildeten sich die Siedlungen an Flößbach und in Marienthal, seit 1828 benannt nach Maria von Lobkowitz, geb. von Lichtenstein.

1771 hatte Tschernitz 52 numerierte Häuser und 1898 schon 62 Häuser mit 294 Einwohnern

(EW). 1930 zählte Tschernitz in 102 Häusern insgesamt 624 EW. Davon waren 532 Deutsche (85 %) und 84 Tschechen (14 %). 555 Bewohner (89 %) waren römisch-katholisch, 8 evangelisch (1 %) und 61 (16 %) konfessionslos. Die Bevölkerungsdichte betrug damals, auf die gesamte Katasterfläche (714 ha) bezogen, 87,4 EW/km², ohne die Lobkowitzschen Waldungen (528 ha) jedoch 337 EW/km² (landwirtschaftl. Nutzfläche ca. 160 ha).

Im Westen und Süden bildete der Flößbach streckenweise die scharfe Grenze zwischen der ostfränkischen und der obersächsischen Mundart bzw. zwischen dem Nordwestböhmischen und dem Nordböhmischen. Er war zugleich auch ein Teil der natürlichen Grenze zwischen Nordwestböhmen und Nordböhmen.

Tschernitz hatte eine gemischte Wirtschaftsstruktur. Die Leute arbeiteten in der Land- und Forstwirtschaft, im Bergbau, im Handwerk, im Handel und in der Industrie. Das Dorf hatte einige Handwerksbetriebe und Mühlen sowie eine Fabrik, die unter den Gebr. Dollfus zunächst Holzessig herstellte und später als Geflei tierische Abfälle verwertete. Im Dorf gab es außerdem drei Gasthäuser, davon zwei mit Fleischerei, und fünf Kaufläden (Kolonial- und Haushaltswaren). Es hatte eine Kapelle, ein Kriegerdenkmal und zeitweise eine tschechische Volksschule mit Kindergarten.

Bei Kriegsende 1945 wohnten in Tschernitz fast 1000 Personen: neben den einheimischen Deutschen und Tschechen auch Evakuierte aus den bombardieren Städten, Flüchtlinge aus Schlesien, Kriegsgefangene (Franzosen) und Ostarbeiter (Polen und Ukrainer). – Waren im 1.Weltkrieg erst 11 Deutsche gefallen oder vermißt, so forderte der 2. Weltkrieg 45 Todesopfer und Vermißte und der tschechische Terror nach Kriegsende 1945/46 nochmals 12 deutsche Opfer (s. Abschn. 3).

Erste Tschernitzer Heimatortsbetreuerin (nach Karl Ullrich für die Gemeinde Ulbersdorf) war von 1972 bis 1991 Maria Knabe (Beer), Landshut. Seit 1996 hat Tschernitz ein Signet („Wappen"), das die historisch-geographischen Besonder-heiten der Ortsgemeinde (Bergbau, Mühlen, Landwirtschaft mit Obstbau, Wälder, Kapelle, Wasserflächen u.a.) symbolhaft und anschaulich darstellt. Es wurde in Zusammenarbeit von HOB Dr. Friedrich Frank, seiner Frau Maria und dem Kunstmaler und Heraldik-Fachmann Adolf Sachs, Platten/Stuttgart, gestaltet (siehe Abb. 1).

 

1.2 Lage und Gliederung der Katastral- und Ortsgemeinde siehe Karte1 

Link zur Karte 1

Tschernitz liegt an einem Steilabfall des mittleren Erzgebirges und war bis 1945 die nordöstlichste Katastral- oder Ortsgemeinde des Gerichtsbezirkes Görkau und des politischen Bezirkes bzw. Kreises Komotau. Es liegt ca. 2 km südwestlich von Obergeorgenthal, 14 km nordöstlich von Komotau und 10 km nordwestlich von Brüx. Die Katastergemeinde (Gemarkung) grenzt im Süden und Westen an die Gemarkungen Ulbersdorf und Eisenberg, Gerichtsbezirk Görkau, im Nordwesten an die Gemarkungen Nickelsdorf und Gebirgsneudorf, Gerichtsbezirk Katharinaberg, und im Osten an die Gemarkung Obergeorgenthal, Gerichtsbezirk Oberleutensdorf; jeweils politischer Bezirk Brüx.

Tschernitz (Cernice) gehörte zur politischen Gemeinde Ulbersdorf, die aus den Katastral- und Ortsgemeinden Eisenberg , Ulbersdorf und Tschernitz bestand. Eisenberg hatte 1930 nur 195 EW, aber eine Fläche von 1040 ha, meist Wald, Ulbersdorf 873 EW mit 444 ha, meist LN, und Tschernitz 624 EW mit 714 ha, zu ¾ Wald.

Geschichtlich bedingt, gehörte Tschernitz seit 1409 zur Pfarrei Obergeorgenthal (‚Jerten‘; c. Horni Jiretin); dort waren Pfarrkirche und Pfarramt, Volks- und Bürgerschule, Post- und Telegraphenamt, Sparkasse, Bahnhof sowie ein städtisches Elektrizitätswerk.

Die Ortsgemeinde Tschernitz bestand aus drei getrennt liegenden Ortsteilen:

1. die geschlossene Ortschaft Tschernitz an der Bezirksstraße 13 von Bartelsdorf nach

Obergeorgenthal und beiderseits der Bahnlinie Komotau-Ossegg, welche die Ortschaft in

das jüngere obere oder Arbeiterdorf und in das ältere untere oder Bauerndorf teilte; sie lag

zwischen 245 m und 285 m über dem Meer (siehe Karte 2);

2. die Siedlungen am Flößbach, von der Brettsäge bis zur Geflei (250-370 m; s. Karte 3);

3. der Ortsteil Marienthal südwestlich der Alten Straße, von der Grundmühle bis zum Hegerhaus (366-440 m ü. M.; siehe Karte 4).

 

1.3 Höhenverhältnisse, Nutzungsarten und Klima (siehe Karte 1)

Link zu Karte 1

Der höchste Berg der Gemarkung Tschernitz ist der Kapuziner(hau)berg oder Tschernitzhübel mit 741 m ü. M. Weitere Erhebungen sind der Draxelsberg (676 m ü. M.), der Saazer Berg (682 m, nordöstlich des Flachsgrundes) und der Sattelberg (567 m ü. M.). Bekannte Felsen waren der Einsiedlerfelsen (~ 520 m ü. M.), von dem man eine bis 80 km weite wunderbare Aussicht hatte, der Kanapeefelsen und der Biederstein an der Unteren Waldstraße. Zwischen dem Kapuzinerhauberg, dem Einsiedlerfelsen und dem Hegerhaus am Eichbusch war der Steilabfall des Erzgebirges mit einer durchschnittlichen Steigung von      37 %.

Die tiefste Stelle befand sich am südöstlichsten Ende der Gemarkung bei 231 m ü. M.

Von der Gesamtfläche von 713,52 ha (=100 %) waren rd. 528 ha (~75 %) Waldungen der ehemaligen Fürsten von Lobkowitz (Herrschaft Eisenberg-Neudorf an der Biela), die größtenteils oberhalb der geologischen und Gelände-Bruchlinie bei 300 m ü. M. schon zum Erzgebirge gehörten. Daran schlossen sich nach Südosten die hängigen bis leicht geneigten Baumfelder (‚Reichmacher‘) an, und dann folgten die Äcker und Wiesen (mit Weiden), also die landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) mit zusammen rd. 164 ha (~23 %). Die Bauflächen mit den (Haus)Gärten umfaßten rd. 8,3 ha (~1,2 %), die Bahn-, Wege- und Wasserflächen, Teiche und sonstigen unproduktiven bzw. steuerfreien Flächen nahmen rd. 13,4 ha (~1,9 %) ein. An Teichen sind zu nennen: Alaun- und Schifferhüttenteich, die beiden Sandteiche in der Waldlage Fichten, die Mühlteiche am Flöß- und Ruttenbach sowie der Dorf- oder Gemeindeteich (Feuerlöschteich).

Der gebirgige Teil von Tschernitz (~300-741 m ü. M.) besteht aus Gneis, die Böden des Flachlandes hauptsächlich aus Lehmen und Sanden mit unterschiedlichem Steinanteil.

Südöstlich von Tschernitz schloß sich die Obergeorgenthaler bzw. Brüxer Ebene und das Nordwestböhmische Braunkohlenbecken an, das von Klösterle im Südwesten über Komotau, Brüx und Teplitz bis Aussig im Nordosten reichte. Die Gemarkung Tschernitz erstreckte sich also vom Flößbach im Westen bis zum Ruttenbach im Nordosten und von den Höhen des Erz-gebirges bis in die Ebene der sog. Seewiese, ein Höhenunterschied von über 500 m! Dem Erz-gebirge gegenüber lagen die westlichen Ausläufer des Böhmischen Mittelgebirges.

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Abb.2

Abb. 2 („Gruss aus TSCHERNITZ") zeigt einen Blick von Nordwesten auf die Ortschaft Tschernitz: Im Vordergrund sieht man einen Teil des oberen Dorfes unterhalb der ehemaligen Alaunhalden, dann die Bahnlinie Komotau-Ossegg (1872-1971) am Bild der dampfenden Lokomotive (rechts), darunter das untere oder Bauerndorf mit den Feldern und Wiesen der Brüxer Ebene und im Hintergrund die westlichen Ausläufer des Böhm. Mittelgebirges, und zwar von links: Schloß-, Breiten- und Rösselberg. Foto von 1925 von Maria Knabe.

Das Klima war überaus mild. Die durchschnittliche Jahrestemperatur betrug im Flachland (~230-300 m ü. M.) + 8,0 °C (dagegen im Gebirge nur noch +5,3 °C), die Frostperiode durchschnittlich 77 Tage, die Niederschlagsmenge rd. 700 mm. Die vorherrschende Windrichtung war in der Ebene Ost-West, im Gebirge Nordwest.

 

2 Informationsgang durch die Ortsgemeinde Tschernitz

Hier werden neben den Eigentümern und Mietern die Hausnummern (Hs. Nrn.) und Funktionen der Gebäude und Anlagen angegeben. Die Straßenbezeichnungen sind nicht amtlich.

Abkürzungen: E = Eigentümer, M = Mieter, F = Familie, MF = Mieter-Familie, Ldw. = Landwirtschaft

 

2.1 Informationsgang durch die geschlossene Ortschaft Tschernitz         (siehe Karte 2 u. Abb. 3)

Link zu Karte 2

Die viergeteilte Ansichtskarte „Gruß aus Tschernitz" (= Abb. 3) ziegt links oben den staatlichen Gasthof zur Linde von Karl Wolfgang, rechts daneben den nordöstlichen Teil der Neuen oder Blumengasse, links unten das Haus Nr. 33 von Anton Müller, daneben die Kapelle sowie die Häuser Nr. 1 (W. Seifert) und Nr. 2 mit 77 (F. Hönig) und rechts daneben die Anlage des Kriegerdenkmals (1926-1945).

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Abb. 3

Wir beginnen unseren Informationsgang im Western von Tschernitz. Auf der Bezirksstraße 13 von Ulbersdorf kommend, gelangen wir am Ende der Waldlage Entenschwanz, links einbiegend , in die Zigeunergasse, die später, in den 1930er Jahren, wegen ihrer Bewohner auch Böhmische oder Tschechische Gasse genannt wurde. Hier wohnten in den Häusern Nr. 107-111 und 114 die folgenden Familien: in HsNr. 107 Vandirek (E), Schmid und Müller (M), in Nr. 108 Smazal Stanislav (E) und Haudek, in Nr. 109 Paris, in Nr. 110 Fux (Fuchs, E) und Seigert Ida, in Nr. 111 Vanout und ganz oben in HsNr.114 Smazal Josef.

Von HsNr. 107 gehen wir nun die ‚Ulbersdorfer Straße‘ nach NO in das obere Dorf. Links gehen wir an dem Doppelhaus Nr. 94 (Fam. Teuchert) und 76 (Fam. Worofka (E) und Winter) vorbei, dann an HsNr. 67 (Perut), 75 (Peterka Wenzel (E) mit den MF Dont, Enzmann Josef, Gießmann, Klee und Lutze) und 50 (Peterka Rudolf (E) mit den MF Schusser und Veit Albin). Auf der rechten (südöstlichen) Straßenseite stand zunächst das Haus Nr. 95 (Seifert Josef, Eisenbahner), dann das Doppelhaus Nr. 59 (Geier) und 58, der Konsum, von Anton Günzl um 1930 eingerichtet und von 1936 bis 1945 von Maria Breitfeld geleitet.

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Abb.4

 

Während des Krieges wurden in dem Raum über dem Kaufladen Schulungsabende für die Hitlerjugend abgehalten (s. Abb. 4). - Es folgten HsNr. 62 (Haschke Rudolf (E) und Thiel Otto), Nr. 45 (Schusser Marie und Eduard) und Nr. 65, der Kaufladen von Dienelt Karl und Gisela mit Verkauf von Kolonial- und Haushaltswaren sowie Gemüse; zwischen 1918 und 1945 befand sich darin auch die Ortsgemeindekanzlei und wohnten die MF Hültner und Tränka.

Vor uns steht nun am oberen Dorfplatz der stattliche „Gasthof zur Linde" mit Fleischerei von Karl Wolfgang, HsNr. 26, mit dem schönen, großen Tanz- und Theatersaal im 1. Stock, den großen, prächtigen (Winter-)Linden und der Kegelbahn (links von der Straße). Auf dem Dorfplatz stand der Maibaum, und im Krieg wurden dort Appelle abgehalten (s. Abb. 5 u. 3 re. o.).

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Abb. 5

Rechts hinter dem Gasthof stand das Haus Nr. 36 der Geschwister Franz und Marie Dienelt und der Familie Gruß (M). Zum Gasthof gehörte noch die „Herberge", HsNr. 69, ein von den ersten tschechischen Tschernitzern (Felenda) umgebauter Stall, in dem Obdachlose und Landstreicher und ab 1909 einige Tschechen billige Unterkunft fanden. Hier wohnten zur Miete: Fam. Kumbera Emil, Maier Emil, Seigert Josef und Wenzl Adolf. Maiers Frau, eine Wolfgang-Tochter, betrieb hier eine Wäschemangel.

Links, gegenüber dem Gasthof, stand das Haus Nr. 37 von Kolbe Max, noch mit strohgedecktem Dach, und dahinter das Anwesen Nr. 27 von Seifert Franz mit einer kleinen Landwirtschaft, in dem es bis zum 1. Weltkrieg einen Krämerladen und im Hof eine Obstdarre gab.

An der Neuen oder Blumengasse „hinnerm Wulfgong" lagen auf der rechten (südöstl.) Seite die nach 1918 gebauten Häuser Nr. 98 von Smazal Franz (MF Günzl Rudolf), Nr. 90 von Veit Alois (MF Nitsch Josef u. Veit Rosa), Nr. 88 von Enzmann Anton (MF Enzmann Hugo, Rohm und Schneider Gustav) und Nr. 84 von Thiel Max sen. u. jun.; in den beiden letztgenannten Häusern wurden Wäscheklammern und Holzspielzeug in Heimarbeit hergestellt. Im Haus Nr. 89 war zwischen 1929 und 1938 die tschechische Schule mit Kindergarten untergebracht; bis 1945 lebt dort Fam. Karl Walter; Tochter Herta war letzte deutsche Kindergärtnerin. Das letzte Haus rechts gehörte dem Tschechen Filip.

Hinter Kolbe (37) und Seifert (27) folgten auf der linken Seite der Blumengasse HsNr. 97 von Skladany Karl, Nr. 91 von Brabec Anton (Tscheche), Nr. 99 von Weber Franz (MF Kose Emil), Nr. 105 von Weitzdörfer Rudolf (MF Gießmann Karl und Wenzel), Nr. 86 von Weitzdörfer Franz (MF Kämpf Karl), Nr. 104 von Richter Rudolf (MF Janovsky Karl und Obernauer Anton), Nr. 92 von Löbl Richard (MF Blum, Kämpf u. Schüller), Nr. 83 von Herm Eduard (MF Löbl Franz u. Josef, Koslik Anna, Tropschug Karl u. Seigert Marie), Nr. 82 von Heine Anton (MF Kunz Karl) und Nr. 81 von Perner Anton (MF Skladany Karl u. Feigl Anna). - s. Abb. 3 re. o. -

Am Hohl- oder Erzweg befand sich auf der linken Seite die Tschernitzer Wasserreserve und ganz oben am Waldrand das ehem. Fürstl. Lobkowitzsche „Hegerhaus am Eichbusch", HsNr. 41, mit dem früheren Heger Tropschuh und Fam. Marie Schneider. Südwestlich davon, am Lehmgrubenweg, lagen noch die Häuser der Tschechen Nr. 100 (Stragal) und 112 von Adolf Tarant (MF Dörfler Wenzel).

Wir gehen nun zurück zum oberen Dorfplatz und von der Kreuzung die Obere Dorfstraße hinunter bis zum (höhengleichen) Übergang über die Bahnlinie Komotau-Ossegg. Auf der lin-ken (nördl.) Seite standen die Häuser Nr. 25 von Löster Franz, Ldw. (MF Löster Erwin), Nr. 116 von Brabetz Franz und Nr. 66 von Huder Anton, Ldw. An der rechten (südl.) Oberen Dorfstraße standen die Häuser Nr. 57 von Fünfkirch Wenzel (MF Kormunda u. Glaser), Nr. 71 von Löster Josef, später Keßler Franz, mit Wagnerei und Tischlerei, Schi- und Schlittenherstellung (MF Heine Ferdinand), Nr. 40 von Krolop Marie, dahinter Nr. 102 (MF Tropschug Fritz und Walter Ernst) und an der Günzl-Gasse Nr. 28 von Seifert Josef, Steiger. Darunter waren noch HsNr. 96 von Schebek Franz (MF Grünes Adolf u. Obernauer Anna) sowie Nr. 93 von Hujer Karl (MF Seifert Franz, „Rasierer"). In der Günzl-Gasse stand links HsNr. 43 von Spieler Adolf und rechts Nr. 24 von Eltner Edmund, am Ende der Gasse das ldw. Anwesen HsNr. 44 von Ferdinand Günzl.

Zweigte man von der Oberen Dorfstraße kurz vor dem Bahnübergang nach links ab, so kam man zu den sog. drei ‚Grundhäusern‘: zuerst Haus Nr. 79 von Grund Karl (MF Köhler u. Vetter), dann Nr. 80 von Görg Josef (MF Marzin), am Ende Nr. 87 von Grund Franz (MF Makerlik).

Unterhalb der Bahnlinie zwischen der Haltestelle Ulbersdorf und dem Bahnhof Obergeorgen-thal stand am Wachterhübel rechts das Boh´wachterhaisl (Bahnwärterhaus; MF Josef Pilz), und auf halber Höhe lag links der Dorf- oder Gemeindeteich. Vor dem Kriegerdenkmal an der rechten Straßenecke stand das Haus von Grund Franz sen. u. jun. Ging man den Weg nach SW weiter, so kam man rechts zum ldw. Anwesen von Knabe Adolf, HsNr. 23; dazu gehörte das Auszugshaus Nr. 63 (MF Kunz Josef). Gegenüber HsNr. 23 lag das Haus Nr. 106 von Maier Franz, dem letzten deutschen Ortsvorsteher von Tschernitz.

An der unteren Kreuzung stand das Kriegerdenkmal (1926-1945) mit dem Gedenkstein zur Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen und vermißten Tschernitzer (s. Abb. 3 re. u.). Abb. 6 zeigt das Kriegerdenkmal bei der Einweihung am 30.05.1926 und vorne stehend von links Josef Knabe, Berta Müller und Gustav Rochlitzer. - In der scharfen Kurve war das Haus Nr. 32 des Schuhmachers Hugo Perthold, und vorn am sog. ‚Kreuzl‘ hatte Ludwig Lippmann (MF) eine Bäckerei mit Laden eingerichtet. Gegenüber stand Haus Nr. 33 von Müller Anton (M: Müller Rosa).

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Abb.6

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Abb. 7

Auf der ‚Unteren Dorfstraße‘ folgte links die Dorfkapelle (1909-~1984), Bet- und ‚Jubiläums-kapelle [Kaiser] Franz Josef I.‘ (s. Abb. 3 u. li.), in und an der an einigen Festtagen auch hl. Messen gefeiert wurden. Abb. 7 zeigt die Kapelle von Süden etwa im Winter 1935. Gegenüber der Kapelle stand das Wohnhaus mit Schmiede, Nr. 60, von Spieler Franz; seine Frau Gertrud betreute die Kapelle.
Neben der Kapelle, in Haus Nr. 20, betrieb Frau Rosa Gallert eine weitere Wäschemangel. In dem Anwesen HsNr. 1 sich an der Dorfstraße das schöne, große Kolonialwarengeschäft mit zwei großen Auslagen von Wenzel Seifert (s. Abb. 8 und 3 li. u.); hier wurden Lebensmittel und Artikel für die Landwirtschaft verkauft. Im mittleren Gebäudeteil wohnte Fam. Seifert und ganz hinten die Fam. von Adolf Frank, Vaters des jetzigen Heimatortsbetreuers.

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Abb. 8

Gegenüber wohnte in HsNr. 19 Fam. Eduard Herm und daneben in HsNr. 51 die Fam. Kurt Pochmann (M), dessen Frau Theresia ein kleines Lebensmittel- und Haushaltswaren-Geschäft betrieb. An der Rückseite dieses Gebäudes war das Feuerwehrhaus (mit der Motorspritze) angebaut, und daneben stand der hohe ‚Steicherbaam‘ (Steigerbaum) zum Trocknen der Feuerwehrschläuche.

Westlich des Dorfbaches erstreckte sich das ldw. Anwesen von Franz Hönig, des größten und fortschrittlichsten Bauers von Tschernitz. Dem Wohnhaus Nr. 2 gegenüber stand die stattliche

„Hönig-Villa", HsNr. 77, das Auszugshaus für Marie Schmieder (MF Kubischta Hermine). Auf der gegenüberliegenden (südwestl.) Straßenseite wohnte in Haus Nr. 18 Fam. Karl Knabe mit Geschwistern; hier wurde auch Maria Knabe (Beer), 1. Tschernitzer HOB, geboren.

Im Auszugshaus dazu, HsNr. 78, wohnte neben Max Beer die Fam. Schuldes. Gegenüber, am Dorfbach, war das ldw. Anwesen HsNr. 3 von Josef Beer. Daran schloß sich Haus Nr. 4 mit Geschäft für Lebensmittel und bäuerlichen Bedarf, Gaststube und Kegelbahn von Josefa Huder an, die zuletzt von Fam. Wenzel Proksch betrieben wurden. Auf der anderen Straßenseite be-fand sich der Hof HsNr. 17 von Anton Schmieder, Landwirt und Kunstmaler, dazu das Auszugshaus Nr. 17 a = 35 mit Johanna Proksch. Daneben stand das Gemeindehaus Nr. 16 (MF Wenzel Haschke). Gegenüber wiederum das Anwesen HsNr. 5 von Rudolf Kratzer, Landwirt und Viehhändler.

Einen sehr stattlichen Hof mit großem Obstgarten besaß der Landwirt Gustav Rochlitzer, HsNr. 6. Hujer Edwin hatte seinen kleineren Hof gegenüber mit HsNr. 15.

Zum ldw. Anwesen HsNr. 7 von Josef Schmieder gehörten das Auszugshaus Nr. 7 a = 34 (MF Heine Adolf) und das Weidnerhaus Nr. 13 gegenüber; vor letzterem befand sich früher die Statue des hl. Nepomuk. Süd- und nordwestlich des Dorfbaches war der Hof HsNr. 70 von Karl Rudolf Günzl (der ‚obere‘); dazu gehörte auch die gegenüber am Dorfbach stehende alte Scheune (frh. HsNr. 14), die im April 1945 abbrannte. Hinter Günzl befand sich Haus Nr. 39 der Fam. Josef Perthold.

Am Kirchsteig oder Neuweg stand das kleine ldw. Anwesen HsNr. 30 der Fam. Karl Hujer, in dem auch Fam. Reichl und Reif zur Miete wohnten.

Das letzte ldw. Anwesen an der linken (nordöstl.) Seite der Unteren Dorfstraße war HsNr. 8 von Fam. Anton Jirat. Gegenüber stand der Hof HsNr. 11 von Karl Günzl (der ‚untere‘ G.); die Scheune, HsNr. 12, wie HsNr. 14 ein alter Fachwerkbau mit Strohdach, brannte ebenfalls im April 1945 nieder. Der letzte Hof, HsNr. 9, auf der rechten Seite der Unteren Dorfstraße gehörte Ernst und Karl Seifert. Westlich dahinter war das Anwesen HsNr. 10 von Fam. Franz

Gießl. Hier soll sich früher der Tschernitzer Meierhof befunden haben, und südöstlich davon, auf der sog. Hofwiese, fand bis in die 1930er Jahre das weitbekannte Hoh’derschlong (Hahn-erschlagen) der Tscherntzner Kermst (Tschernitzer Kirchweih) statt.

Die Bauernhöfe im Unteren Dorf wurden in den 1960er Jahren entweder ‚liquidiert‘ oder sie werden nicht mehr landwirtschaftlich genutzt.

Am Kirchsteig (Neuweg) nach Obergeorgenthal stand früher die Laurentius-Statue und östlich des ‚Teichls‘ das ‚Eiserne Kreuz‘.

Nochmals zurück zum Kreuzl beim Kriegerdenkmal. Zwischen HsNr. 32 (Perthold) und Nr. 61 (Schwan) zweigte von der Jertner Straße (= Teil der Bez.-Str.) die Feigl-Gasse ab. Rechts an der Ecke stand das stattliche Gebäude des „Gasthauses zur Haltestelle" mit Fleischerei, HsNr. 61, von Hugo bzw. Ernst Schwan. Abb. 9 zeigt das Gasthaus im Jahre 1923 mit den Hausbewohnern der Familien Schwan, Seigert und Machurka. Dahinter folgten HsNr. 73 von Fam. Heinrich Richter und HsNr.74 von Fam. Jaroslav Sekyrka (Tschechen). Ganz oben rechts war das Anwesen HsNr. 72 von Fam. Wenzel Feigl mit einer Bau- und Möbeltischlerei Auf der linken (südwestl.) Seite der Gasse stand bis 1944 das Haus Nr. 22 von Anton Monzer (er stellte für auswärtige Fleischer Viehpässe für den Erwerb von Schlachttieren aus); bei einem Bombenangriff auf das nahe Hydrierwerk wurde es völlig zerstört.Gegenüber dem Gasthaus Schwan befand sich die Tabak-Trafik Müller, HsNr. 21. Daneben, in Richtung Obergeorgenthal, stand die „Kolonie", HsNr. 48, zum Schacht Quido IV (‚Neuanlage‘); darin wohnten die Familien Anderle, Kubischta Franz, Rimsa, Scherl und Seifert Moritz.

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Hinter der „Kolonie" erhob sich das stattliche zweigeschossige Dollfus- oder Geflei-Haus Nr. 68. Abb. 10 zeigt, von Westen gesehen, rechts die „Kolonie" und links das Dollfushaus. Darin wohnten zur Miete die Familien der Angestellten und Arbeiter in der Geflei, nämlich die Fam. Branke, Glimt, Irro, Melzer, Müller, Schmied und Werner. Emil Müller betrieb seit 1936 eine gutgehende Lotterieannahmestelle. Auf das Geflei-Haus folgte Haus Nr. 49 von Fam. Ferdinand Richter.

Hinter dem Fußweg (zu HsNr. 1 u. 2) stand das Wohnhaus Nr. 85 von Fam. Alois Bernt. Darauf folgte HsNr. 113 von Fam. Emil Spieler und dann HsNr. 101 von Fam. Franz Kubista. Das letzte Haus rechts an der ‚Jertner Straße‘, etwas zurückgesetzt, hatte die HsNr. 115 und gehörte der Fam. Anton Obernauer.

2.2 Die Siedlungen am Flößbach (siehe Karte 3)

Link zu Karte 3

Westlich und unterhalb des Hausberges (380 m ü. M.) mit den Resten der Burg Alberg stand am Flößbach (bis 1946) das ehem. ‚Herrschaftl. Lobkowicz’sche Sägewerk‘, kurz: die Brettsäge (HsNr. 54), die in der Familie Franz Spieler bereits in der 6. Generation betrieben wurde und ursprünglich Schindeln, später (Dach-)Balken, Bohlen (für Schachtstollen) und Bretter herstellte. Familie Emil Kämpf wohnte dort zur Miete (siehe Abb. 11: Die Brettsäge am Flößbach um 1900).

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Abb.11

Etwa ½ km unterhalb , nördlich des Flößbaches und westlich der Bezirksstraße, stand (bis 6.12.1900) die Lohmühle, nach ihrem Besitzer auch Maasl-Mühle genannt. Hier wurde Gerberlohe für die Ledererzeugung gestampft und einige Jahre auch eine Gastwirtschaft betrieben.

Wo früher der Eisenhammer stand und später die Hammerschmiede (abgebrannt am 8.01. 1909), gut 100 m unterhalb der Bezirksstraße, wurde später das herrschaftliche Hegerhaus (Nr. 29) errichtet, wo Franz Schebek Heger der Eisenberger Forstverwaltung war.

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Abb.12

Am Ende des Weges südwestlich der Waldlage Untere Fichten stand seit Beginn des      19. Jh. die Neue Mühle, im Volksmund auch Ziegenmühle genannt (HsNr. 38). 1880 wurde sie von den Gebr. Dollfus aus Chemnitz gekauft und zu einer Holzessigfabrik umgebaut, die bis 1918 betrieben wurde (s. Abb. 12: Holzessigfabrik der Gebr. Dollfus um 1900, gemalt von Albrecht Braun, Ulbersdorf). 1927 wurde die Fabrik von der Genossenschaft der Fleischer (daher die Abkürzung ‚Geflei‘) in Brüx ‚zur Verwertung tierischer Nebenprodukte des Fleischergewerbes in Böhmen‘ gekauft.
Zwischen 1928 und 1931 wurde die ‚Essigbude‘ zu einer ziemlich großen Leim-, Fett- und Knochenmehlfabrik ausgebaut, die im Volksmund auch ‚Knochenmühle‘ hieß. Direktor der Fabrik war der Österreicher Karl Dunst, Betriebsleiter war Max Hampe und Buchhalter sein Bruder Edwin. Waren bis 1945 bis zu 200 Leute in der Geflei beschäftigt, so ging die Beschäftigtenzahl nach dem Umsturz 1945 bis auf 20 zurück, und 1952 wurde der unwirtschaftlich gewordene Betrieb eingestellt und die Fabrik ‚liquidiert‘.

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Landsleute aus der "Geflei": V.l. Max Seifert,Josef Proksch, der alte Grund, der alte Loos, Max hampe, Edwin Hampe; hinten Josef Knabe Herr Dienelt, Rechts sitzend ?

Die "Geflei" , wegen des besonders im Sommer ´auffälligen´Geruches im Volksmund auch "Knochenmühle" genannt, stand bis 1945 unter der Leitung des Österreichers Karl Dunst (Direktor). Betriebsleiter war Max Hampe, Buchhalter und Bürochef sein Sohn Edwin Hampe, später Herr Eyben.

Nördlich der Geflei war 1873 in der Hüttenbachflur der Lyell-Schacht errichtet worden, doch mußte sein Betrieb wegen Abbauschwierigkeiten (Druckwasser) und schlechter Kohlenqualität schon 1876/77 wieder eingestellt werden. An diesen Braunkohlenbergbau erinnerten noch 1945 zwei Schachtlöcher (siehe Karte 3).

Link zu Karte 3

 

2.3 Häuser am Ruttenbach im Ortsteil Marienthal

(366 – 440 m ü. M.; siehe Karte 4)

Link zu Karte 4

Dorthin gelangen wir über die Bezirksstraße 13 nach Obergeorgenthal, gehen davor jedoch westlich des Bahnhofes die Horten- und Wehrmachtstraße hinauf durch das ‚obere Jerten‘ nach Marienthal, das nördlich des Gasthauses Einhorn beginnt und bis zur Grundmühle reicht.

Der Ortsteil südwestlich der Alten Straße gehörte zu Tschernitz, der nordöstliche zu Gebirgsneudorf. Westlich der Gebirgsstraße kam zuerst das ehem. Fürstl. Lobkowitzsche Hegerhaus, Tschernitz HsNr. 64, in dem die Fam. Rudolf und Ulrich zur Miete wohnten. Nördlich der Einmündung der Unteren Waldstraße (von Eisenberg, am Hausberg und Hegerhaus am Eichbusch vorbei) in die Alte Straße stand das sog. „Grüne Häusel", HsNr. 55, in dem die Fam. Max Thiel wohnte. Weiter oben, am Ruttenbach nördlich der Neuen Straße, lag das Drehwerk oder die Dreherei, Tschernitz HsNr.53, der Fam. Josef Ulbrich (MF Josef Hübler).

Und schließlich, ganz oben, umgeben von Wiesen und Wald, gelangen wir zur alten Grundmühle, HsNr. 52 mit dem Nebenhaus Nr. 47, der Fam. Hugo Spieler (MF Wolf). Hier war im 16. Jh. ein Pochwerk zum Zerkleinern des bei der Bildertanne gewonnen Silbererzes und bis etwa 1870 eine Getreidemühle. Abb. 12 zeigt die Grundmühle mit Nebengebäuden (HsNr. 52 u. 47) am Ruttenbach in Marienthal.

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Abb.12

Damit ist der lange Informationsgang durch das weitverzweigte Tschernitz beendet.

Totentafel von Tschernitz

Ortsbetreuer:

Prof. Dr. Friedrich Frank

Wilramstraße 31/1

81669 München

Telefon 089-49 23 91